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Willkommen bei den
Eddy´s Master´s Cream Beardies (VDH/FCI)

  

Mit Dascha fing alles an …
von Carola Uhlemann, Eddy`s Master`s Cream Bearded Collies
 
( Diese Geschichte ist erschienen in der “Beardierevue” , Ausgabe März 1998.)
 
„Vom letzten Geld kaufen wir uns dann einen Hund“, so stand es für uns fest, wenn es klappen sollte mit dem Haus.
Im Juli 1991, also gleich nach der Wende, kauften wir uns dann mutig und zuversichtlich ein Einfamilienhaus mit großem Grundstück in einer kleinen Siedlung unseres Ortes. Wir wollten die Sommerferien für den Umzug nutzen.
Mein Mann hatte schon mit der Renovierung begonnen, als ich mit meiner Schulklasse die Gelegenheit bekam, für 14 Tage im Rahmen eines Erholungsprojektes für Bitterfelder Kinder auf einen Ponyhof an die Nordseeküste zur Erholung zu fahren. Also schnappte ich meine eigenen Kinder und meine Klasse und wir ließen unseren Vati mit der Renovierung alleine.
Dort sah ich ihn dann zum ersten Mal, den schwarz- weißen zotteligen Hund, dessen Lieblingsplätze der Misthaufen, der Schweinestall und die Pfützen auf dem Ponyhof waren. Ich fragte den Ponyhofbesitzer, was das denn für ein Hund sei- für einen Bobtail war er ja viel zu klein. Er erzählte mir, dass es sich um einen Bearded Collie handelte und er habe ihn mit dem Ponyhof sozusagen mitgekauft. Er hieße Dascha, sei sehr lieb und er glaube nicht, dass es diese Rasse in der DDR (die wir ja damals noch waren) gibt. Dascha wurde fortan unser Freund. Er begleitete uns auf jeden Spaziergang oder wenn wir mit den Pferden unterwegs waren. Ich erinnere mich noch sehr gut an folgende Begebenheit:
Der Ponyhofbesitzer empfahl uns einen Ausflug auf die Insel Helgoland. An einem sonnigen Sommertag sollte es losgehen. Wir mussten zuerst bis nach Süderdeich (ca. 3 km) zum Bahnhof laufen. Unserer Wanderung schloss sich natürlich Dascha an. Er trottete in mäßigem Abstand immer hinter uns her. Ab und zu riefen wir ihm zu, er solle doch zurückgehen. Aber nichts half. Dascha lief uns ohne Leine bis auf den Bahnsteig nach. Ich dachte bei mir: Was machst du bloß mit dem Hund in Helgoland? Als der Zug hielt, stiegen wir alle ein. Dascha, unser zotteliger Freund, setzte sich brav auf den Bahnsteig. Als der Zug anfuhr, sahen wir, wie sich Dascha ganz alleine auf den Heimweg machte. Da war ich doch froh, dass ich nicht noch einen Hund ohne Leine mit auf „hohe See“ nehmen musste…
Wieder zu Hause erzählte ich meinem Mann von der beeindruckenden Hundepersönlichkeit. Wir wälzten sämtliche Hundebücher und fanden darin nur in einem eine kurze Notiz über den Bearded Collie. An einen Abbildung war ja gar nicht zu denken. Auch fand ich in einer alten Hundezeitung der DDR die Bemerkung, dass es in Sachsen die wunderschöne Bearded Collie Hündin „Zotty Floppy Georgina“ gäbe, die Besitzerin diese Hündin aber zu selten ausstellt. Sollte es doch Bearded Collies in der DDR geben?
Im Oktober 1991, wir waren nun richtig im Häuschen eingezogen, las ich in der Tagespresse die Annonce, dass in Dessau ( also gleich in unserer Nähe ) Bearded Collies zu verkaufen wären. Nichts wie hin, so dachte ich!
An einem Sonntag sah ich sie dann, die kleine schwarz- weiße Ayke aus dem 1. Wurf der Züchterin, die offensichtlich keine Ruhe hatte und ihren Wurfgeschwistern stets und ständig in die Beine zwickte.
Im November kauften wir sie dann, aber wirklich vom allerletzten Geld…
Aus Ayke wurde, da ich 2 Jungen hatte, meine „Tochter“  und damit eine verwöhnte Bearded Collie Hündin. Wir traten dem Club für Britische Hütehunde, Landesgruppe Sachsen- Anhalt, bei und haben sie einige Male auf Ausstellungen gezeigt. Aber für Ayke war das nicht so das Richtige. Sie fuhr nicht gerne Auto und auch der Trubel ringsherum, das war nichts für sie. Viel lieber war sie zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung. Mit Vorliebe belagerte sie unsere Couch und die größte Freude hatte sie auf unserem täglichen Spaziergang auf die große Wiese zu Jerry, ihrem Freund, den Riesenschnauzer.
Das Beardies süchtig machen, las ich mal in einer Anzeige im Clubreport. Und so kam er auch bei uns auf, der Wunsch nach einem Wurf kleiner Bearded Collie Welpen. Wir fuhren mit Ayke zu einem erfolgreichen Deckrüden- guter Hoffnung! Aber unsere Ayke wollte nicht. Sie liebte ja Jerry, den sie schon einige Male während ihrer Hitze von ganz alleine besuchte. Wir haben es bei der nächsten Hitze noch einmal versucht, da ließ sie sich zwar decken, aber es sollte nicht sein. Uns blieb also gar nichts anderes übrig, als für Ayke einen „Mann“ zu kaufen.
So kam Byron in unser Haus, den wir in der Jugendklasse erfolgreich ausstellen konnten. Byron, der so ganz anders war als Ayke: Im Wesen stets ausgeglichen; ein treuer Freund und Kamerad, auf den wir uns immer verlassen können; der voll Coole ( wie meine Kinder immer sagen ), der es mit der Dogge in unserer Siedlung aufnimmt; der so gern spazieren geht auf die große Wiese und der begeistert nach dem Ball oder Stock rennt. Und der seine Ayke über alles liebt!
Byron hat es gepackt und Ayke gedeckt, aber auch dieser Deckakt blieb ohne Erfolg. Freunde, der Tierarzt rieten uns zu einer 2. Hündin. Wir überlegten lange, sind wir doch beide voll berufstätig und die Kinder werden auch immer größer…
Im Januar diesen Jahres rief überraschend die Züchterin von Byron bei uns an. Sie hätte eine viel versprechende Hündin aus der letzten Verpaarung ihrer alten Orora`s Linie und die wolle sie nur in zuverlässige Hände abgeben. Als wir unsere Ayke das letzte Mal ( sie wird ja nun bald 6 Jahre) mit Byron deckten- die Hoffnung auf einen Wurf hatten wir längst aufgegeben- kauften wir zeitgleich Scally, eine „Frau“ für Byron. Nun hatten wir 3 Beardies und da kam so richtig Wirbel ins Haus. Wie aber das Leben so spielt, sollte es nicht der letzte Beardie sein… Denn diesmal hatte es geklappt!
Unsere Ayke warf im April 1997 fünf gesunde Welpen und wir waren überglücklich! So hatte das lange Warten ein Ende und unser Traum ging in Erfüllung. Das tat so gut! Aus Ayke ist nun eine richtige Mutti geworden, die genau weiß, wie sie ihre Mutterpflichten erfüllen muss. Wir lieben sie umso mehr, dass sie uns diesen Wunsch, mal einen eigenen Wurf zu haben, erfüllte.
 
Manchmal denke ich noch zurück an Dascha, den schwarz- weißen zotteligen Beardierüden vom Ponyhof, der wie seine Vorfahren von Drover`s Lane den Weg ganz alleine nach Hause ging und mit dem alles anfing.
 
(Anmerkung: Wie ich im Jahre 2002 erfuhr, litt Dascha in seinen letzten Lebensjahren an Rheuma und war gehörlos. Er wurde von einem „Raser“ in der Nähe seines Ponyhofes überfahren.)